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Weasel1988
Goomba




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Turok Evolution [Xbox]  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51WF2HQD1WL.jpg

Titel: Turok Evolution
Genre: First-Person-Shooter
Release: 06.09.2002
Version: Eng. Version (uncut, frei in Deutschland als USK 18 erhältlich, es fehlen aber möglicherweise einige Videos gegenüber der PC-Fassung)
Xbox Live: Nein
Spieleranzahl: 1-4 Spieler
16:9: Nein
360 kompatibel: läuft einwandfrei


Wer schon etwas länger Videospiele spielt, der kennt noch Ego-Shooter, wie es sie lange schon nicht mehr gibt. Selbst die alte Xbox ist als Konsole fast zu jung, sodass man die Shooter alter Garde auch in deren Lineup mit der Lupe suchen muss.

Es ward eine Zeit, wo Munition noch schwebte und sich um die eigene Achse wand …

Mit Turok Evolution rotiert einer der letzten Verfechter einer alten Zeit in meiner Box; eine Zeit, die die Zocker dieser Erde weit vor Call of Duty und Gears of War mit Shootern versorgte, die irgendwie anders waren. Da gab es noch eine fest definierte Menge Lebensenergie des Spielers, die mit jedem Treffer sank und die durch Medipacks wieder aufgefrischt werden konnte. Da war nichts mit „wenn der Bildschirm pulsiert und sich verfärbt, ab hinter die nächste Deckung und drei Sekunden warten, dann ist alles wieder gut“. In den Shootern alter Garde war jeder Treffer ein Verlust und wenn der Spieler nicht sparsam mit seiner Lebensenergie umging und an einer schwierigen Stelle im Spiel plötzlich kein Medipack in Sicht war, dann hatte man eben ein Problem. Waffen und Munition waren über alle Level verteilt und schwebten auf Augenhöhe, während sie sich um die eigene Achse drehten. Selbst im tiefsten Dschungel lag überall Zeug herum. Realismus? Fehlanzeige! In den alten Spielen musste man nicht erst einen Scharfschützen töten, um ein Scharfschützengewehr zu erhalten; es lag meistens einfach irgendwo herum – pardon schwebte herum.

In Turok Evolution übernehmt ihr die Rolle des Indianers Tal‘Set, der mitten im Kampf mit seinem Erzfeind Bruckner in eine andere Dimension geschleudert wird. Er findet sich in einer Welt wieder, die von Dinosauriern und Menschen, mysteriösen Kreaturen und grausamen Echsenmenschen, den Slegs, bevölkert wird. Leider ist auch Bruckner mit von der Partie, der sich, warum auch immer, den Slegs anschließt und dort rasch zum General aufsteigt. Bruckner und seine Slegs bedrohen fortan die Siedlungen der Menschen und es liegt an Tal‘Set, die Niederlage abzuwenden.

Slegs und Dinos? Ach egal, mach’s einfach kaputt!

Die Story klingt wirr, und genau das ist sie auch. Den Entwicklern schien sie sowieso nur Mittel zum Zweck gewesen zu sein, um den Spieler von einem Schauplatz zum nächsten zu hetzen. Anders ist es nicht zu erklären, wie stiefmütterlich hier die Handlung gehandhabt wird. Die wenigen gerenderten Zwischensequenzen schaffen es kaum, über die Abläufe im Hintergrund aufzuklären. Dazwischen erhält man immer wieder neue, seltsame Anweisungen, ohne überhaupt zu wissen, warum und wofür man gerade dies oder das beschaffen/retten/vernichten muss. Erst gilt es, die sogenannten Tarkeen-Schlüssel einzusammeln, dann plötzlich muss ich den Wise Father aus der Gefangenschaft befreien, von dem zuvor nicht einmal die Rede gewesen war. Und plötzlich finde ich mich neben einem abgestürzten Flugzeug mit wenig Lebensenergie wieder und muss den Angriff der Slegs auf eine menschliche Stadt abwehren. Der Level zuvor endete damit, dass ich durch eine Basis der Echsenmenschen marschierte. Ganz selten gibt es mal kurze Videos in Spielgrafik, die allerdings uninspiriert und einfach nur schlecht gemacht sind. So präsentiert sich die Story von Turok Evolution bis zum Abspann zusammenhangslos und unverständlich, doch eigentlich ist das auch egal. Schließlich legt man ein Turok ein, um Dinos zu schlachten, oder?

Ein Hinweis sei an dieser Stelle aber noch erbracht: Auf Schnittberichte.com heißt es, in den Konsolenfassungen des Spiels (selbst in der englischen Uncut-Fassung) fehlen gegenüber der PC-Version möglicherweise einige Rendervideos, was zumindest die sprunghafte Handlung erklären würde. Auch spricht dafür, dass ich vor langer Zeit mal einen offiziellen Trailer zum Spiel gesehen habe, der definitiv Videoszenen zeigte, die ich im Spiel selbst nicht gesehen habe. Allerdings kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ob tatsächlich Videos fehlen, auch ist fraglich, ob diese aus Zensur- oder Performancegründen herausgenommen worden sind. Allerdings scheint letzteres wahrscheinlich, da die in der Konsolenfassung vorhandenen Videos keineswegs zimperlich sind.

Ich laufe, du zielst!

Sobald der Spieler das erste Mal die Kontrolle über Tal’Set übernimmt, wird er sich der unglaublichen Geschwindigkeit von Turok bewusst. Im Vergleich zu anderen Shootern wie Halo bewegt sich die Spielfigur hier wahnsinnig schnell, was den Schwerpunkt des Spiels auf rasante Action legt. Leider offenbaren die ersten Sekunden des Spiels auch gleich die große Schwäche der Steuerung: Das Fadenkreuz steuert sich dermaßen hakelig, dass man es ohne Auto-Aiming glatt vergessen kann. Ich bin selbst kein Freund davon, wenn der Computer für mich das Zielen übernimmt, aber bei Turok geht es wirklich nicht anders. Allein der rasch ansteigende und dann kontinuierlich hohe Schwierigkeitsgrad verlangt vom Spieler eine gute Trefferquote, ansonsten ist ganz schnell Ende im Gelände. Leider lässt sich das Auto-Aiming hier nicht unbedingt als dezent beschreiben, der Computer übernimmt tatsächlich fast die gesamte Trefferleistung. So reicht es wirklich, wenn der Spieler grob in die Himmelrichtung zielt, aus der der Gegner kommt, um ihn zu treffen. Das hört sich im ersten Moment alles andere als herausfordernd an, aber glaubt mir: Ihr werdet es brauchen! Denn wenn Turok eines ist, dann bockschwer. Zum einen sorgen dafür die Massen an Dinos und Slegs, die dem Spieler entgegengeworfen werden, zum anderen zeichnen auch die hakelige Steuerung und einige Bugs für den einen oder anderen Spielertod verantwortlich. Das wäre ja alles nicht so schlimm, könnte man wenigstens regelmäßig speichern. Leider gibt es in Turok Evolution aber weder Checkpoints noch eine Quick Save-Möglichkeit. So muss der Spieler einen ganzen Levelabschnitt schaffen, um speichern zu können. Kratzt man kurz vor Ende des Abschnittes ab, startet man komplett von vorne. Dass das bei Abschnitten, die teils jenseits der 30 Minuten Spielzeit liegen und dazu meistens im letzten Drittel mit den dicksten und unfairsten Gegnern aufwarten, frustig sein kann, muss ich niemandem erzählen. Ein ums andere Mal habe ich den Kontroller in die Ecke gepfeffert und das Spiel einige Tage lang nicht mehr angerührt. Dafür geht der Umfang mehr als in Ordnung. Das Spiel ist insgesamt in 15 Kapitel unterteilt, die jeweils wieder in zig der erwähnten Abschnitte aufgegliedert sind.

Optisch hat Turok durchaus seine schönen Momente. Bereits der erste Level beweist, wie viel Mühe die Entwickler sich bei der Gestaltung des Spiels gegeben haben. Der Spieler erreicht nach einem kurzen Trip durch den Urwald einen kleinen Tümpel mit einem Wasserfall. Am Ufer grast ein Stegosaurus, im Hintergrund stapft eine Triceratops-Familie durch den Wald. Eine Horde Affen sonnt sich auf einem großen Felsen. Hinten beim Wasserfall haben sich Antilopen und andere Pflanzenfresser zu einer kleinen Herde zusammengeschlossen. Insekten und Vögel fliegen durch die Luft, Frösche und Echsen kriechen über den Boden. Die Dschungel-Atmosphäre ist wirklich sehr stimmig. Somit zählen die Levels im Urwald auch zu den optisch wie atmosphärisch ansprechendsten Abschnitten von Turok. Auf diesen Etappen wird auch am ehesten deutlich, wie viel Herzblut in diesem Spiel steckt: Teils programmierten die Entwickler ganze Kreaturen wie Dinos oder Säugetiere, die dann bloß ein einziges Mal im Spiel auftauchen, um die Kulisse zu füllen. So stößt der Spieler im Laufe des Spiels nicht bloß auf regelmäßige Gegner wie Raptoren in allen Größen, sondern auch auf Exoten wie den Iguanodon oder einen Wassersaurier. Für Abwechslung ist ebenfalls gesorgt. Die Entwickler haben außerdem eine Vielzahl unterschiedliche Levels programmiert. Ta’Set erklimmt Gebirge, erobert Städte und kämpft sich durch verwinkelte Höhlensysteme. Tatsächlich hatte ich nie das Gefühl, man würde mir dieselben Levelbausteine immer wieder als neuen Abschnitt verkaufen, wie es bei vielen Spielen leider zur Regel geworden ist. Und es sind die Details, die begeistern: Büsche bewegen sich, wenn der Spieler sie streift. Dünne Bäume können gefällt und so als Waffe eingesetzt werden (Auch wenn es seltsam ist, dass manchmal ein Pfeil ausreicht, um eine Palme umzuhauen). Umso weniger kann ich verstehen, dass andere Passagen wie lieblos zusammengezimmert wirken. So lassen einige Spielabschnitte jegliche Details vermissen.

Hier steckt ja jede Menge Herzblut drin …

Zwar kann die Grafik zu keinem Zeitpunkt mit den Top-Titeln der Xbox mithalten, doch ich habe schon weitaus Schlimmeres gesehen. Man sieht dem Spiel halt an, dass es parallel auch für die Playstation 2 entwickelt worden war. Somit gibt es kein Bump Mapping, keine Spiegelungen und das Wasser sieht wirklich scheußlich aus. Aber Turok überzeugt durch ein ausgeklügeltes Design und eine große Artenvielfalt mit schönen Animationen. Außerdem sehen Explosionen richtig fett aus und das Effektfeuerwerk, welches gezündet wird, wenn man den Raketenwerfer abfeuert, sucht seinesgleichen. Überhaupt bietet das Spiel eine Vielzahl wirklich cooler Waffen, die meistens noch über diverse Sekundärfunktionen verfügen. So kann man z.B. mit der Flechette-Gun die Gegner lautlos erledigen, oder aber man drückt die linke Schultertaste und eine aus drei Rohren feuernde Minigun fährt aus dem Gehäuse. Je nachdem, welche Waffe man einsetzt, kann es passieren, dass die lieben Slegs schon mal den Kopf verlieren …

Turok Evolution ist wirklich blutig. Nicht nur, das der Spieler seinen Feinden alle Extremitäten einzeln abschießen kann, die Entwickler haben zudem einige wirklich fiese Waffen integriert. Der Dark Matter Cube saugt die Slegs in sich auf und verwandelt sie in blutige Klumpen, beim Flammenwerfer sind sofort alle Feuer und Flamme. Und wer seine Feinde leiden sehen will, versieht sie mit einem Giftpfeil. Dann kann man seelenruhig zusehen, wie der Getroffene langsam zu Boden geht und in einem Gemisch aus Blut und Kotze elendig verreckt. An dieser Stelle möchte ich die einmalige Verkaufspolitik von Acclaim loben, die man für Turok Evolution betrieb: So erschien das Spiel ganz offiziell in Deutschland in zwei Varianten: Einmal als USK 16 Version in deutscher Sprache und mit diversen Gewaltzensuren, einmal in ungekürztem Gewand (mögliche fehlende Videos außen vorgelassen) auf Englisch. So sollte es sein! Schade ist an dieser Stelle aber, dass selbst in der ungekürzten Version alle Leichen bereits wenige Sekunden nach dem Ableben verschwinden, dass rüttelt etwas an der Atmosphäre.

Klendathu hat angerufen, es will seine Bugs wiederhaben!

Etwa ein Viertel des Spiels hat allerdings gar nichts mit einem Ego-Shooter gemein. Dann schwingt sich der Spieler nämlich auf einen Flugsaurier und reißt bewaffnet mit Laserkanone und zielsuchenden Raketen die Luftherrschaft an sich. Dabei gilt es Flugzeuge, Zeppeline und ganze Siedlungen der Slegs dem Erdboden gleich zu machen. Die Steuerung funktioniert zwar besser, als es oftmals im Internet zu lesen ist, ein Blumentopf ist damit aber nicht zu gewinnen. Bewegt sich der Spieler in weiten Arealen, wo er selbst bestimmen kann, in welche Richtung er fliegt, funktioniert die Kontrolle über den Flugdino recht gut. Allerdings bestehen viele der Flug-Abschnitte aus engen Schluchten, die dem Begriff Schlauchlevel eine ganz neue Bedeutung geben. Und in solchen Levels versagt die Steuerung auf ganzer Linie. Sobald man irgendwo aneckt, ist man praktisch Geschichte und kann den Level neu starten. Auch schön ist, dass des Spielers Flugdino während Zwischenszenen in Spielgrafik im Hintergrund einfach weiterfliegt, und der Spieler dann, sobald er wieder die Kontrolle übernimmt, gegen eine Wand klatscht. Auch sonst trüben leider, leider viele kleine Bugs den Spielgenuss. Das fängt bei der KI der Feinde, die sowieso unterirdisch ist, an und hört noch lange nicht bei Optionseinstellungen, die sich wie von Geisterhand verstellen, auf.

Die Soundkulisse präsentiert sich teilweise wirklich üppig, so sind die verschiedenen Waffensounds richtig brachial. Dafür ist aber die Sprachausgabe viel zu leise und der Geräuschteppich in den Flugmissionen zu schwach. Im Gegensatz dazu punktet der Soundtrack. Viele verschiedene Stücke untermalen die Dinojagt im Dschungel oder den Häuserkampf gegen die Slegs sehr passend. Außerdem ist Turok Evolution der endgültige Beweis, dass die Xbox mehr leisten kann, als Gamecube und Playstation 2 das vermögen. Denn nur auf der Xbox gibt es im ersten Level einen Dinosaurier mehr. Wooooooohoooooooo!
Der Multiplayer mit seinem 4-Spieler-Splitscreen und den üblichen Modi ist durchaus für eine lustige Runde gut. Amüsant ist, dass man da auch als Dinosaurier spielen kann, auch wenn die Steuerung der Urzeitviecher mehr als katastrophal ist. Doch auch die eine oder andere Map hat einige Überraschungen zu bieten. So kann man beispielsweise auf einem Übungsplatz einen Artillerieschlag auslösen.

FAZIT

Turok Evolution ist ein rasanter Ego-Shooter mit Dino-Bonus, dem zig verschiedene Bugs und Unvollkommenheiten den Weg in die Riege der Besten des Genres verbauen. Trotzdem hatte ich eine Menge Spaß mit Turok und war auch ein bisschen traurig, als ich das Finale überstanden hatte und mir bewusst wurde, dass es keine weiteren Levels geben würde. Sowas hat man nicht bei jedem Spiel! Auch die Flugmissionen haben mir trotz aller Mankos sehr viel Spaß bereitet. Abschließend sei also gesagt: Turok Evolution rockt; nicht trotz, sondern gerade wegen dem gigantischen Schwierigkeitsgrad!


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22.08.2013 19:55 Weasel1988 ist offline Email an Weasel1988 senden Beiträge von Weasel1988 suchen Nehmen Sie Weasel1988 in Ihre Freundesliste auf
 
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