Hallo zusammen! ![]()
In diesem Thread soll es, wie der Titel schon sagt, um die Reparatur des Kunststoffes ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) per Kunststoffschweißen mit Aceton gehen. ![]()
Warum ist das hier relevant?
Weil das Gehäuse der SNES und der Controller eben aus genau diesem grauen ABS-Kunststoff bestehen. ![]()
Kunststoffschweißen klingt erst mal danach, als ob man mit Hitze arbeitet
, aber gemeint ist damit, dass der Kunststoff geschmolzen wird, um diesen zu verbinden. Dies erfolgt mit dem Aceton vollkommen ohne Hitze. ABS-Kunststoff lässt sich nämlich mit dem Aceton auflösen. Schmeißt man ein Stück ABS in Aceton, verschwindet dieses, je nach Größe, binnen Sekunden oder Minuten und löst sich darin vollständig auf. ![]()
Aber hierbei ist wichtig zu wissen: Aceton reagiert nicht mit ABS, sondern dient lediglich als Lösungsmittel! Verflüchtigt sich das Aceton (und Aceton ist bei Raumtemperatur sehr flüchtig
), so bleibt das ABS wieder übrig. Diese Eigenschaft wird für das Verschweißen genutzt. ![]()
Kommen wir zu meinem aktuellen Fall:
Ich habe einen SNES-Controller erhalten, dessen beide Schultertasten gebrochen sind. ![]()
Noch dazu sind diese ziemlich schmutzig, daher erst einmal ordentlich mit Spüli und Schwamm reinigen und gut trocknen
:
Anschließend bereite ich die Materialien vor:
Wichtig: Aceton ist nicht gerade hautfreundlich, da es die schützende Barriere der Haut entfernt und diese sofort trocken und spröde macht.
Daher sollte man unbedingt mit Handschuhen arbeiten!
Außerdem ist Aceton in höheren Konzentrationen reizend für die Atemwege und kann bei extremer Exposition auch zu Benommenheit führen, daher muss man unbedingt drauf achten, dass genügend Lüftung vorhanden ist! ![]()
Man sollte möglichst eine Unterlage für die Arbeiten verwenden, da Aceton auch z.B. die Kunstharz-Versiegelung eines Tisches anlösen kann.
In meinem Fall nehme ich lediglich große Papiertücher, da nur geringste Mengen von Aceton benötigt werden. ![]()
Dazu ein Wattestäbchen, dessen eines Ende ich von der Watte befreie, um eine exakte Dosierung des Acetons vornehmen zu können. Ein getränktes Wattestäbchen mit Wolle würde in diesem Fall zu viel transportieren.
Nun zur Reparatur:
Ich tauche das wollefreie Ende des Stäbchens in das Aceton (Die Dose ist voll, daher kann ich das direkt machen, man kann aber stattdessen auch ein wenig Aceton in ein Glas schütten).
Anschließend wird dieses an die Bruchstelle aufgetragen. Man muss relativ schnell sein, weil das Aceton eben sehr flüchtig ist und schnell vertrocknet. ![]()
Es reicht hierbei, nur ein Ende der Bruchstelle zu bestreichen. Danach werden die Bruchstücke schlichtweg fest aneinander gedrückt.
Durch das Aceton wird der Kunststoff an der Bruchstelle flüssig. Beim Aneinanderdrücken verschmilzt die Bruchstelle und härtet direkt nach dem Trocknen wieder aus. ![]()
Es kann aber passieren, dass eine kleine Rille zwischen den Bruchstücken sichtbar bleibt.
Hier kann man nochmals das Aceton auftragen, um diese zu glätten:
Das Ergebnis:
Die Bruchstücke sind miteinander verschweißt und haben nun quasi fast wieder den Ursprungszustand angenommen. Die Verbindung ist wesentlich stabiler, als wenn man sie z.B. mit üblichen Kleber zusammenkleben würde. ![]()
Dieses Verfahren lässt sich natürlich auch auf andere Teile übertragen, wie z.B. einem gebrochenen Gehäuse der SNES.
Sollte ich eine solche Reparatur in der Zukunft angehen, so werde ich diese natürlich gerne ebenfalls hier einstellen, da es da ja auch um andere Dimensionen geht als bei Schultertasten. ![]()
Ansonsten ist der vorliegende Fall erst einmal abgeschlossen. ![]()