Starship Troopers Ultimate Bug War im Test: Gelungene Hommage an den Kultfilm

  • Über einen lesenswerten Artikel gestolpert. Artikel vom 02.04.26

    Starship Troopers Ultimate Bug War im Test: Gelungene Hommage an den Kultfilm


    Das Game nimmt sich selbst nicht ernst, ist eine Gesellschafts- und Systemkritik und gleichzeitig ein guter Shooter im Retro-Look.


    Ich leiste meinen Beitrag!“: Starship Troopers aus dem Jahr 1997 ist ein Kultfilm und das zurecht.
    Eigentlich ist es ein Antikriegsfilm, der bewusst mit einer Drittes-Reich-Ästhetik arbeitet,
    sie mit Sowjet-Propaganda vermischt und obendrauf einer kriegs- und gewaltverherrlichenden
    amerikanischen Gesellschaft den Spiegel vorhält.

    Gleichzeitig ist es ein Science-Fiction-Film, der es Ende der 1990er-Jahre geschafft hat,
    eine militärische Auseinandersetzung zwischen der Menschheit und einer Alienspezies
    glaubhaft darzustellen – und obendrauf sehen die Außerirdischen nicht
    einfach bloß wie Humanoide mit blauem Gesicht aus. Sogar 29 Jahre später
    kann kaum ein anderer Scifi-Streifen dieser Mischung aus Aliens (1986) und Full Metal Jacket (1987) das Wasser reichen.

    Genauso wenig erfolgreich wie die Fortsetzungen, die so schlecht waren,
    dass es eine Schande ist, dass sie überhaupt Starship Troopers heißen,
    sind die Videospiele gewesen, die auf dem Film basieren. Das vor 2 Jahren
    erschienene Starship Troopers: Extermination ist einer der besseren Versuche,
    kann aber nicht das Feeling des Films erzeugen.


    Edited 2 times, last by SirAceMcFly (April 3, 2026 at 7:05 AM).

  • Starship Troopers wird zum Boomer-Shooter
    Jetzt gibt es einen neuen Anlauf, mit Starship Troopers:
    Ultimate Bug War (PS5, Xbox Series, Switch 2, PC, 25 Euro, ab 18 Jahren).
    Und der trifft genau den Punkt – trotz oder vielleicht gerade wegen der Retro-Optik.

    Der First-Person-Shooter in Pixelgrafik kann deshalb zum Genre der „Boomer-Shooter“ gezählt werden,
    also neue Action-Games, die absichtlich alt aussehen. Ultimate Bug War hat hier einen Stil gewählt,
    der am ehesten in die PlayStation-1-Ära passt.

    Spannend ist, dass die menschlichen Soldaten am Schlachtfeld weniger detailliert und
    animiert sind als die käferähnlichen Außerirdischen.


    Das ist ein geschicktes Stilmittel und nicht etwa Schlampigkeit, weil die Entwickler faul waren. Die Menschen sehen dadurch in der Landschaft wie Fremdkörper aus, während die Bugs natürlicher wirken - eine clevere Erinnerung daran, dass die Menschen in Starship Troopers die Invasoren sind und nicht die Aliens. Außerdem zeigt es, dass das Militärregime der Föderation weniger dafür übrig hat Menschen zu retten als Aliens zu töten.

    Selbstironisch

    Sinn macht das, weil das Spiel im Spiel ein Spiel ist. In Zwischensequenzen vor und nach den Missionen wird erklärt, dass Ultimate Bug War ein Videospiel der Föderation ist, um Kinder für die Streitkräfte zu rekrutieren. Das ist eine direkte Kritik an America’s Army. Mit diesem Computerspiel hat die US-Armee von 2002 bis 2022 versucht, Jugendlichen den Dienst an der Waffe schmackhaft zu machen.


    Dass man trotz der ernstgemeinten Kritik auch schmunzeln muss, liegt an
    den absichtlich trashigen und manchmal absurden Propaganda-Zwischensequenzen.
    Für die tritt sogar Casper Van Dien vor die Kamera, der im Film die
    Hauptrolle Johnny Rico gespielt hat.


    Auch während der eigentlichen Levels gibt es immer wieder Wortmeldungen der Soldatin,
    die man verkörpert, die auf Rache und Käferblut aus ist und der Föderation loyal bis
    zum bitteren Ende ergeben ist. Das passt, denn schließlich will das Militärregime
    mit diesem Spiel ja erreichen, dass künftige Soldaten genauso handeln:

    Keine Rücksicht auf das eigene Leben, keine Gnade für den Feind, blinder Gehorsam bis in den Tod.

    Schnelle Reflexe statt Taktik
    Glücklicherweise ist auch das Gameplay gut und nicht nur das Rundherum.
    Der Shooter ist schnelllebig und wird oft hektisch, weil die Aliens zahlreich sind
    und von mehreren Richtungen kommen. Noch dazu gibt es stärkere Bugs, deren Schwachstellen
    man kennen und treffen muss – sonst geht einem bald die Munition aus. Taktisches Vorgehen oder
    Schleichen ist hier jedenfalls nicht gefordert: Schnelle Reflexe und geschicktes Manövrieren,
    um nicht eingekesselt zu werden, sind die Instrumente, um zu überleben.


    Neben den aus dem Film bekannten Waffen sind noch weitere Modelle dabei, damit es
    abwechslungsreich bleibt. Ebenso gibt es Orte, die man nicht aus dem Film kennt,
    wie etwa ein Urlaubsplanet, der gleichzeitig eine militärische Forschungseinrichtung ist,
    und deshalb von den Aliens angegriffen wird. Die Aufgaben, die man in den offenen Levels
    bewältigen muss, sind zwar immer dieselben (sprengen, aktivieren oder verteidigen),
    fühlen sich durch die Kurzweiligkeit des Games
    und die gut platzierten Adrenalinkicks aber nicht repetitiv an.

    Da hätte man sich noch mehr als die Handvoll Levels gewünscht. Als kleinen Trost gibt
    es stattdessen einen Modus, in dem man selbst einen der Alienkäfer spielt und menschliche
    Stützpunkte zerstören muss. Das Third-Person-Gameplay ist hier holprig:
    Als Dreingabe sind die paar Bug-Levels ok, aber vom Hocker wird man nicht gerissen.
    Da macht es mehr Spaß, die menschlichen Levels nochmal zu spielen und gefundene
    „Geheimnisse“ zu aktivieren. Dabei handelt es sich um Modifikatoren, die das Spiel
    schwerer, leichter oder einfach nur seltsam machen. So kann man z. B. Käfer mit
    Riesenköpfen durchs halbe Level schleudern und hüpft wie in niedriger Schwerkraft herum.

  • Fazit

    Mit Ultimate Bug War bekommt man das Starship-Troopers-Flair, das man sich als Fan des Films wünscht. Leider ist der Spaß nach 4 bis 6 Stunden schon vorbei, je nachdem,
    mit welchem Schwierigkeitsgrad man anfängt.

    Einmal wird man es vermutlich nochmal durchspielen,
    um sich die Secrets zu holen und anzuschauen, dann war es das aber auch schon.
    Einen Mehrspieler- und Koop-Modus gibt es leider nicht, der hätte noch zusätzlichen
    Wiederspielwert gebracht. Dafür ist aber der Preis von 25 Euro für das Game fair:
    Ich wurde schon für mehr Geld kürzer und schlechter unterhalten.

    Kommentar von mir:

    Ich persönlich habe die Filme gerne gesehen. Wenn das mal im Sale ist Schnappe ich es mir.

    Edited once, last by SirAceMcFly (April 3, 2026 at 3:37 PM).

  • Das Spiel soll in der Tat recht gut sein für einen Lizens-Shooter!
    Auf Steam kann man sogar noch die Demo herunterladen und testen.

    Von den Filmen kenne ich nur den ersten Teil, hab die anderen bislang nie gesehen...

  • hab die Demo gespielt vor ein paar Tagen. Ja machte doch mehr Spaß als ich dachte.

    Wer es im Trailer nicht gesehen hat. Gegner und Spieler sind alles Sprites ;)


    Die Filme hatten optisch jedes Jahr weniger Budget.

    Glaube aus dem zweiten Teil: Kriegsgegner werden gehängt " Wer gegen den Krieg ist , ist gegen uns" Richter: "Man muss eben aufpassen was man sagt" ;)

    GAMEBOY - SNES - ARCADE

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