Star Wars: Dark Forces Remaster

  • Der beliebte Egoshooter im Star Wars-Universum hat ein Remaster spendiert bekommen
    Durch id Software-Klassiker wie „Wolfenstein 3D“ oder „Doom“ konnte Anfang der 90er das Genre der Egoshooter fest etabliert werden und große kommerzielle Erfolge feiern. Auch George Lucas Entwicklerstudio LucasArts ist auf den Erfolg der Egoshooter aufmerksam geworden. Was lag da also näher, als einen Egoshooter für das Star Wars-Universum zu kreieren?
    Und so wurde Star Wars: Dark Forces ursprünglich am 28.02.1995 für PC-DOS veröffentlicht. Am 30.11.1995 wurde dann auch noch eine Playstation-Version nachgeschoben, welche aufgrund der technischen Limitierungen der PSX jedoch nicht an die DOS-Originalversion anknüpfen konnte und entsprechend verrissen wurde.

    Das DOS-Original gehört hingegen zu den großen Klassikern der Retro-Egoshooter und konnte mehrere Fortsetzungen nach sich ziehen, die sich zur Jedi Knight-Serie weiterentwickelten. Obendrein stellt das Spiel ein interessantes Bindeglied zu altmodischen Shootern wie Doom und moderneren Titeln wie Half-Life dar. Denn LucasArts ließ es sich nicht nehmen ihren Egoshooter mit einigen Adventure-Elementen anzureichern, die neben einem schnellen Triggerfinger auch das Köpfchen und den Entdeckerdrang des Spielers fordern. Aber ich greife vor.

    Mittlerweile hat Dark Forces auch ein Remaster von Nightdive Studios spendiert bekommen. Dieses trägt den Namen Star Wars: Dark Forces Remaster und steht seit dem 28.02.2024 für alle gängigen Systeme zur Verfügung. Ob der Egoshooter auch heute noch eine Runde wert ist oder nicht, erfahrt ihr im folgendem Review.



    Der Auftakt von Kyle Katarns Legende
    Die Handlung des Spiels baut sich um die Ereignisse der vierten Episode der Star Wars-Saga auf. Kyle Katarn war einer der vielversprechendsten imperialen Soldaten. Doch dann wurde er von der Rebellen-Allianz-Geheimagentin Jan Ors über den wahren Tod seiner Eltern aufgeklärt. Diese bekamen nämlich eine ähnliche Behandlung wie Luke Skywalkers Onkel und Tante und starben durch eine Offensive des Imperiums. Also wendete sich Katarn vom Imperium ab und startete eine Karriere als Söldner. Durch seine Zeit beim Imperium ist Kyle nicht der größte Fan der Allianz, erklärt sich aber dennoch dazu bereit Hochrisikoaufträge für die Rebellen anzunehmen, solange diese gewillt sind ihm seine Vertraute Jan Ors zuzuweisen.

    Zu Spielbeginn erhält Kyle den Auftrag die Pläne für die neueste Superwaffe des Imperiums zu erbeuten – den sogenannten Todesstern. Durch Katarns Vorarbeit gelingt es der Allianz auch tatsächlich das Ding zu sprengen. Jedoch nimmt der fiese Imperiums-General Rom Mohc dieses Ereignis zum Anlass Darth Vader sein neuestes Projekt zu präsentieren – die Dark Trooper. Hierbei handelt es sich um Terminator-artige Kampfdroiden, welche in eine coole und besonders stabile Rüstung mit Jetpack gepackt werden.
    Der erste Testlauf der Dark Trooper gestaltet sich als ebenso blutig wie erfolgreich, allerdings erregt das grausame Gemetzel natürlich auch die Aufmerksamkeit der Allianz. Diese schicken Kyle Katarn los, um Informationen zu sammeln und Gegenmaßnahmen zur neuen imperialen Bedrohung zu ergreifen.

    Für einen Egoshooter ist die Story gut gelungen. Damals hatten derartige Spiele nicht viel auf die Handlung gegeben, doch Dark Forces bietet vor jeder Mission ein Briefing sowie einige animierte Cutscenes. Das war damals deutlich mehr, als die Konkurrenz zu bieten hatte.
    Ärgerlich ist jedoch der saloppe Umgang mit dem Grundmaterial. Da muss z.B. Boba Fett als Bossgegner herhalten und wird von Kyle getötet, was freilich nicht zum Kanon der Filme passt. Auch ist es schwer vorstellbar, dass Kyle im Alleingang mehrere imperiale Basen stürmt und es sogar hinbekommt mit stumpfer Brachialgewalt in den geheimen Bunker des imperialen Palasts vorzudringen. Natürlich ist das alles dem Gameplay geschuldet, denn im Endeffekt ist es halt ein Egoshooter. Dennoch möchte man meinen, dass LucasArts respektvoller mit dem eigenen Kanon umgeht. Ich mein, man hätte es ja auch so machen können, das Boba Fett nach dem Kampf einfach mit dem Jetpack wegfliegt oder so. Solche derben Storybrüche sind einfach unnötig.



    Mehr als nur ein Egoshooter
    Star Wars: Dark Forces setzt sich aus 14 Levels zusammen, die man in den drei Schwierigkeitsstufen Leicht, Mittel und Hart zocken darf. Den Schwierigkeitsgrad kann man vor jedem Level separat anwählen, man ist also nicht gezwungen sich auf einen Grad festzulegen. Höhere Grade packen mehr Gegner in die Level. Außerdem kann es passieren, dass bestimmte Heilgegenstände auf dem höchsten Grad entfernt werden.

    Die Steuerung arbeitet problemlos. Kyle kann gehen, rennen, springen und ducken. Man kann den Sprung und das Duckmanöver sogar kombinieren, um sich durch enge Fenster zu quetschen. In der Originalversion war es leider sehr umständlich die Kamera noch oben und unten zu justieren. Hierfür musste man Tastatur-Tasten verwenden. Die Remaster-Version beseitigt jedoch diese Macke und bietet komfortable Kamerasicht über die Mausbewegung.
    Unabhängig davon, muss man sich noch daran gewöhnen, dass sich Kyles allgemeine Fortbewegung etwas merkwürdig anfühlt. Man bekommt ein wenig den Eindruck man würde eine Art Schwebefahrzeug manövrieren, und keinen Menschen. Aber das stellt kein ernsthaftes Problem dar.

    Kyle verfügt über zwei Energiezähler. Der grüne Zähler ist die Schildenergie (maximal 200 Einheiten). Diese schützt die eigentliche Lebensenergie in Form des roten Zählers (maximal 100 Einheiten) vor Blasterschüssen. Nahkampfangriffe werden vom Schild jedoch nicht abgeblockt, also Vorsicht. Ist die Lebensenergie verbraucht, verliert man eines der drei Extraleben, darf jedoch direkt an Ort und Stelle weitermachen. Erst wenn alle Extraleben verbraucht sind, wird man aus dem jeweiligen Level geworfen und muss es noch mal von Vorne versuchen.
    Freilich kann man in den Levels Schildzellen, Medipacks und in sehr seltenen Fällen sogar weitere Extraleben finden, um Kyles Chancen zu verbessern. Im übrigen startet man jeden Level mit mindestens drei Extraleben. Man sollte sich also nicht vor deren Einsatz scheuen.

    Das Leveldesign von Dark Forces war für damalige Verhältnisse sehr komplex und weitläufig. Obendrein bekommt man konkrete Aufgabenstellungen, wie z.B. das sammeln von Beweisen, das anbringen von Sprengladungen und die anschließende Rückkehr zum Landeplatz des eigenen Schiffes. Die Gebiete setzen sich aus mehreren Ebenen und Etagen zusammen, welche man via Treppen, Fahrstühle, Löcher und dergleichen erschließen kann. Und freilich gibt es auch verborgene Nischen, welche vom Spiel als „Geheimnisse“ betrachtet werden und die oftmals mit zusätzlichen Fundsachen wie Munition, Waffen, Schilde, Medipacks und Extraleben bestückt sind. Aufgrund der Überzahl der Gegner und deren durchaus kompetenter Trefferquote sollte man auch alles mitnehmen, wenn man die langen Level überleben möchte, denn die automatische Speicherung wird nur zwischen den 14 Missionen vollzogen. Dafür erlaubt es das Spiel jedoch jederzeit bereits erschlossene Level erneut zu spielen. So kann man z.B. ältere Level noch mal bequem auf einem höheren Schwierigkeitsgrad ausprobieren.

    Und dann sind da noch die Rätseleinlagen und Gimmicks. Das sammeln von Schlüsseln für verschlossene Türen kennt man ja schon aus anderen Retro-Egoshootern. Allerdings geht Dark Forces noch einen Schritt weiter, indem es zum Beispiel Codekarten gibt, die einen dreistelligen Symbol-Code enthalten, den man dann natürlich auch an entsprechender Stelle eingeben soll. Und dann sind da noch die Schalterrätsel. Diese zwingen z.B. dazu bewegliche Platformen zu aktivieren, geschickt durch ein Türlabyrinth zu navigieren, oder den Wasserpegel anzuheben, damit man zu einer Anhöhe vordringen kann.
    Derartige Schalterrätsel können überaus knifflig werden und im Extremfall auch den Griff zur Komplettlösung provozieren. An dieser Stelle macht sich LucasArts Erfahrung im Adventure-Bereich deutlich bemerkbar.

    Weitere Abwechslung kommt in Form von Dingen wie Dunkelheit, Glatteis oder Giftgas, welche entsprechende Ausrüstungsstücke voraussetzen. So verfügt Kyle über eine Taschenlampe mit begrenzter Batterie-Energie und kann auch ein Thermosichtgerät entdecken, welche dabei helfen sollen durch dunkle Gebiete zu navigieren. Das Giftgas setzt hingegen eine entsprechende Maske voraus und im Eislevel kann man Schneeschuhe finden, damit man nicht mehr durch die Gegend schlittert.
    Und falls das immer noch nicht genug Abwechslung ist, gibt es noch Dinge wie Laufbänder, explodierende Behälter oder Fallenmechanismen. Angesichts des Alters des Spiels sind diese ganzen Elemente schon beeindruckend, auch wenn einige Aspekte hier und da etwas aufgesetzt wirken. Aber im Kern geht es in einem Egoshooter natürlich um die Balleraction.



    Kyle die Ein Mann Armee
    Als Einzelkämpfer muss sich Kyle Katern gegen haufenweise verschiedener Gegner durchsetzen, von denen die meisten der Filmvorlage entspringen. Diverse Varianten von Imperiums-Soldaten, Droiden, Kopfgeldjägern und Monstern gilt es zu überwinden. Zu diesem Zweck stehen 10 verschiedene Waffen zur Verfügung, welche nach und nach zugänglich gemacht werden.
    Man startet das Spiel mit den blanken Fäusten und der „Bryar Pistole.“ Erstere dienen als Notfalllösung für den Fall, dass alle Munition verbraucht ist. Die Pistole gibt langsame, aber zielsichere Einzelschüsse ab.
    Bereits kurz nach Spielbeginn bekommt man das „Sturmtruppen Lasergewehr.“ Dieses bietet Schnellfeuer und richtet mehr Schaden an als die Pistole, lässt es dafür jedoch an Präzision mangeln und verbraucht pro Schuss die doppelte Menge an Munition. Und ja die Pistole und das Lasergewehr teilen sich die Munitionsgattung in Form von Energieeinheiten. Für jede Munitionsgattung darf man maximal 500 Einheiten transportieren.

    Die folgenden Schießeisen nutzen einen anderen Munitionstyp in Form der Energiezellen. Die „Imperiale Repeater Gun“ ist ein deutlich präziseres Schnellfeuergewehr als das Sturmtruppen Lasergewehr und bietet auch einen zweiten Feuermodus, welcher drei Schüsse in Dreiecksformation abgibt.
    Der „Jeron Fusioncutter“ ist eigentlich ein Bergwerks-Werkzeug, wird von Katarn jedoch als Waffe zweckentfremdet. Die Schussfrequenz ist etwas niedriger als bei den regulären Gewehren und da die grünen Energiekugeln nur langsam fliegen, haben weit entfernte Gegner leichtes Spiel ihnen auszuweichen. Allerdings bietet auch der Fusioncutter einen zweiten Feuermodus, welcher vier horizontale Schüsse auf einmal abfeuert.
    Dann hätten wir noch die „Stouker Concussion Rifle.“ Diese feuert explodierende Ionen-Schockwellen ab, welche massiven Schaden anrichten. Allerdings kostet ein Schuss 4 Energiezellen und kann auch leicht Kyle Katarn selbst treffen. Von daher eine sehr wuchtige aber im Endeffekt unattraktive Waffe.

    Als nächstes kommen die Sprengwaffen. „Thermaldetonatoren“ fungieren als Granaten. Man kann sie so werfen, dass sie beim Aufprall sofort explodieren, oder erst nach Zeitverzögerung.
    Apropos Thermaldetonator, für diese bekommt man auch einen tragbaren „Granatwerfer“ zur Verfügung. Und dann sind da noch die „I.M. Minen.“ Diese legt man auf den Boden, damit sie entweder kurz darauf explodieren, oder erst dann, wenn sich ein Feind nähert.
    Zu Guter Letzt hätten wir noch die „Assault Cannon,“ die Waffe der Dark Trooper. Diese verwendet Plasma für den regulären Feuermodus und bietet als sekundären Feuermodus einen Raketenwerfer. Beide Feuermodi benötigen individuelle Munitionsgattungen.

    Die Auswahl der Waffen ist also überaus zufriedenstellend und auch die Gegner-Palette bietet genügend Abwechslungsreichtum. Bei letzteren gibt es jedoch einige Typen, welche zu Unfair ausgefallen sind. Die automatischen Decken-Geschütze richten nicht nur massiven Schaden an, sondern sind auch noch extrem präzise. Somit sind diese Geschütze der gefährlichste Gegner-Typ im Spiel, was sich einfach nicht richtig anfühlt. Auch die verdammten Trandoshans mit ihrer Stouker Concussion Rifle sind zum Haareraufen. Am fiesesten ist jedoch jener Level, wo einem die komplette Ausrüstung abgeknöpft wird und man mit den blanken Fäusten gegen einen Kell Drachen antreten muss. Also ja, es gibt einige richtig fiese Momente im Spiel. Vor allem feindliche I.M. Minen sind oftmals derart platziert, dass man sie nicht sehen kann und beim ersten Anlauf reinlatscht. Mit derartigen Anfänger-Fallen muss man sich einfach arrangieren können.

    Im Gegensatz zur Orginalversion bietet das Nightdive-Remaster einen neuen Unterpunkt im Hauptmenüs namens „Tresor.“ Hier findet man Informationen zur Entwicklung des Spiels, Concept Art und ein paar Rendergrafiken von Charaktermodellen. Am interessantesten dürfte jedoch der bis dato unveröffentlichte Demo-Level „Der Avenger“ sein. Hier findet man sich im inneren eines Imperialen Sternenzerstörers der Avenger-Klasse wieder und darf dort die Besatzung massakrieren. Da dieser Demo-Level unvollständig ist, gibt es keine konkrete Aufgabenstellung. Dies bedeutet, dass man diesen Level nicht wirklich abschließen kann. Viele Assets des Avenger-Levels finden sich übrigens in den 14 Levels der Kampagne wieder, trotzdem ist „The Avenger“ ein netter Bonus.



    Grafik und Sound
    Für Star Wars: Dark Forces hatte LucasArts eigens eine neue Grafikengine kreiert, welche Jedi-Engine genannt wurde. Diese bietet einen Mix aus 3D- und 2D-Grafiken. Die Landschaften sind in 3D gestaltet, während die Charaktermodelle in 2D-Sprites dargestellt werden. Das Besondere an der Jedi-Engine war, dass sie es erlaubte das Spielgeschehen über mehrere Ebenen zu gestalten. Das bedeutet im Endeffekt, dass man hier Treppen und Fahrstühle in höhere oder tiefere Etagen nutzen kann oder auch durch ein Loch in eine tiefere Ebene stürzen kann und dergleichen. Und ja, dass war damals für einen Egoshooter ein cooles neues Feature.

    Unabhängig davon sah das Spiel auch allgemein sehr schick aus. Zumindest für damalige Verhältnisse. Heutzutage wirkt die 3D-Grafik natürlich reichlich rudimentär und die Charaktersprites recht grobpixelig. Der Look der Filmvorlagen wurde hingegen sehr gut eingefangen und greift selbst heute noch. Außerdem bieten die jeweiligen Level eine solide Palette an Ortschaften. Die imperialen Basen und Schiffe wurden abwechslungsreich gestaltet und ab uns zu geht’s auch mal auf einen Eisplaneten oder in einen Großstadt-Moloch. Ein Wermutstropfen ist jedoch, dass der Aufbau der Ortschaften oftmals hinsichtlich des Gameplays getroffen wurde, und nicht hinsichtlich Glaubwürdigkeit. Aber das stört nicht weiter.
    Obendrein bietet das Spiel ja auch einige Zwischensequenzen, in denen sich einige populäre Star Wars-Charaktere wie Darth Vader und Boba Fett die Klinke in die Hand geben.

    In der Remaster-Version wurde das Spiel mit der KEX-Engine überarbeitet. Diese bietet höhere Auflösungsstufen und 3D-Rendering, damit das Spiel wieder annehmbar ausschaut. Denn die Original-Version ist mittlerweile dann doch ein wenig zu grobpixelig, um sie vollauf genießen zu können. Auch die Zwischensequenzen wurden im Remaster neu eingezeichnet.
    Puristen erhalten obendrein die Möglichkeit jederzeit per Knopfdruck (F2-Taste) zwischen der verbesserten Grafikversion und dem originalen DOS-Look hin- und herzuschalten.

    Im Gegensatz zur Grafik bekommt man beim Soundtrack und der Sprachausgabe nicht das Gefühl, dass große Änderungen durchgeführt wurden. Man bekommt die Auswahl zwischen Midi- und OPL3-Klangqualität. Beide Varianten klingen als ob sie für das DOS-Original erstellt wurden, doch eine neue Remaster-Variante des OST fehlt. Die Tracks sind nicht schlecht und vermitteln das Star Wars-Feeling. Jedoch leiden sie unter der gedämpften Klangqualität der damaligen Hardware und lassen es an Abwechslung mangeln. Ab einem bestimmten Punkt hat man das Gefühl, dass für die Level lediglich 2-3 sehr ähnlich klingende Tracks kreiert wurden, welche erbarmungslos ihre Schleife eiern.
    Die deutsche Sprachausgabe kann da schon mehr überzeugen und stellt gerade für solch ein altes Spiel einen klaren Mehrwert dar. Seinerzeit war es schon sehr cool mitzuerleben, wenn die Sturmtruppler auch verbal auf den Spieler reagierten.

    Leider leidet Nightdive Studios Remaster-Version unter einigen ärgerlichen Bugs. Nachdem ich Level 5 durch hatte, versäumte das Programm den Sieg zu registrieren, weswegen ich den kompletten Level noch mal von Vorne beginnen musste, um voranzukommen. In Level 6 ist mir das Spiel auf der beweglichen Platform abgestürzt. Glücklicherweise taucht diese sehr früh im Level auf, weswegen ich deswegen keinen großen Zeitverlust hatte. Und dann sind da noch zwei kosmetische Macken. Wie schon im DOS-Original hat man versäumt eine Dialogzeile Katarns deutsch einzusprechen, weswegen er an einer Stelle gegen Ende des fünften Levels englisch spricht. Und in der Ending-Cutscene sind die Untertitel für Darth Vader in französisch gehalten.
    Derartige Macken sind für ein 30 Euro teures Remaster nicht akzeptabel, auch wenn sie letztlich nicht davon abhalten dürften das Spiel durchzuspielen.


    Pro und Kontra:

    Pro:
    - gute Star Wars-Atmosphäre
    - bietet eine neue Story statt eine Nacherzählung einer der Filme (das war damals noch unüblich)
    - spannender Levelaufbau mit einigen netten Rätseleinlagen
    - solider Umfang (14 Level, drei Schwierigkeitsgrade und 10 Waffen)
    - das Remaster bietet einige gelungene Verbesserungen und Bonusmaterial

    Kontra:
    - das Remaster ist etwas verbuggt
    - schlechtes Preis- Leistungsverhältnis (30 € und trotzdem verbuggt!?)
    - der komplexe Levelaufbau und einige Rätsel sorgen für Verwirrung und Frust
    - einige Storyelemente fügen sich nicht gut in den Filmkanon ein



    Durchwachsenes Remaster zu einem großen LucasArts-Klassiker
    Mit Star Wars: Dark Forces Remaster präsentieren Nightdive Studios eine überarbeitete Form des alten Egoshooter-Klassiker von LucasArts. Neben den zu erwartenden grafischen Verbesserungen, bietet das Remaster noch willkommenes Bonusmaterial und den von mir lang ersehnten Mouselook. Gerade die umständliche Kamerajustierung nach oben und unten war der Grund, warum ich das DOS-Original von Dark Forces nie durchgespielt habe. Da freut es mich, dass dieser Makel endlich behoben wurde. Denn früher war eben keinesfalls alles besser. Dummerweise hinterlassen die Nightdive Studios einen faden Beigeschmack, denn das Remaster weist einige Bugs auf, die es in der Originalversion nicht gab. Ich war jedenfalls wenig begeistert darüber den fünften Level ein zweites mal durchspielen zu müssen, nur weil das Programm den erfolgreichen Levelabschluss nicht registrierte.
    Bedenkt man den hohen Preis von 30 Euro und die Tatsache, dass das DOS-Original ebenfalls für 5,89 € zum Verkauf steht, sind solche Bug-Mätzchen nicht tragbar.

    Unabhängig davon bekommt man einen schönen Retro-Egoshooter-Klassiker im Star Wars-Universum. Die 14 Level sind oftmals komplex aufgebaut und weisen auch mal ein trickreiches Schalterrätsel auf. 10 verschiedene Waffen sorgen für Abwechslung und die 3 Schwierigkeitsgrade bieten einen gewissen Wiederspielwert.
    Bemerkenswert ist weiterhin, dass das Spiel eine eigene Story bietet, statt eine Filmvorlage nachzuerzählen (das war damals noch unüblich). Obendrein ist Dark Forces der Ursprung von Kyle Katarn, welcher einer der populärsten Charaktere des erweiterten Star Wars-Universums ist. Gibt also genügend Gründe sich das Spiel mal genauer anzuschauen. Schade, dass das Remaster beim Preis- Leistungsverhältnis scheitert.


    Endwertung:

    Punktvergabe von 1 (schlecht) bis 10 (spitze)

    Grafik: 7,5
    Sound: 6,5
    Steuerung: 8,5
    Umfang: 8
    Story: 7
    Spielspaß: 7,5-8
    Gesamtwertung: 7,7

    Edited once, last by Sly Boots (October 8, 2025 at 7:48 PM).

  • Hier kann man das Original spielen nur 45,4 MB groß!

    SirAceMcFly
    February 19, 2025 at 1:45 PM

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