The Chaos Engine / Soldiers of Fortune

  • 1993 erschien der von den Bitmap Brothers entwickelte Titel "The Chaos Engine" ( in der US-Version bekannt als "Soldiers of Fortune") für das SNES, wobei dies eine der letzten Portierungen darstellt. Das Spiel erschien ursprünglich für den Amiga, Atari, und PC, und in diesem Zusammenhang wird die Umsetzung für den Amiga CD32, welcher sich nie richtig auf dem Konsolenmarkt durchsetzen konnte, oftmals als die beste angesehen.
    Nichtsdestotrotz braucht sich hierbei die SNES-Version nicht zu verstecken, da hier wirklich versucht wurde, möglichst viel vom Original zu verwerten.

    In dem Shooter mit Vogelperspektive gilt es, die von einem verrückten Baron entwickelte Maschine , welche auf der ganzen Welt für diverse Katastrophen sorgt, und letztlich sogar ein gefährliches Eigenleben entwickelt und sich somit gegen ihren Schöpfer wendet, endgültig aufzuhalten.

    Dabei stehen nun sechs verschiedene Söldner mit jeweils individuellen Fähigkeiten zur Auswahl, die sich dann zu zweit durch die Level kämpfen. Einen der Söldner steuert man nun entweder selbst in Kombination mit einem Mitspieler, oder der Computer übernimmt selbstständig die zweite Spielfigur. Die Wahl der Charaktere hat durchaus großen Einfluss auf das Spielgeschehen, da sie gemäß ihrer jeweiligen Stärken und Schwächen agieren.

    Für Einsteiger sind The Brigant und The Mercenary gedacht, die in allen Bereichen über durchschnittliche Werte verfügen. In Punkto Hirnschmalz sind The Gentleman und The Scientist herausragend, für Kampfeinsätze aber eher auf schwachem Niveau. The Thug und The Navie besitzen die größte Durchschlagskraft, sind aber für strategische Einsätze nicht konzipiert.

    Ziel des Spiels ist es nun, aus den labyrinthartigen Levels zu entkommen, wobei es nicht nur darauf ankommt, die gegnerischen Monster, die im Laufe der Zeit immer gefährlicher und ausdauernder werden, zu erledigen. Es müssen für den Spielfortgang oft Schlüssel gefunden werden, die weitere Wege ermöglichen, bzw. muss eine bestimmte Anzahl von Objekten aktiviert werden, damit sich der Ausgang öffnet.
    Es macht also durchaus Sinn, die Umgebung näher zu erkunden, und nicht unbedingt mit jedem Monster den Kampf zu suchen. Insofern lässt das Spiel es auch zu, den Gegnern auszuweichen, wenn man eher den friedlichen Weg wählt.

    Aber: Jedes erledigte Monster hinterlässt zusätzliches Geld, das man dann in Extraleben, Aufstockung der Lebensenergie oder Waffen-Upgrades investieren kann.
    Der jeweilige Endbetrag wird in diesem Fall aber nicht gerecht zwischen den beiden Spielern aufgeteilt - jeder bekommt die Summe zur Verfügung, die er eingesammelt hat.

    Das Aufrüsten des Charakters ist in diesem Sinne ohnehin eine Notwendigkeit, da The Chaos Engine trotz eines eher beschränkten Umfangs von vier Levels mit jeweils vier Abschnitten einen hohen Schwierigkeitsgrad besitzt.

    Grafik: Gewisse Abstriche müssen natürlich gegenüber dem Original gemacht werden, das fällt aber hier nicht großartig ins Gewicht - einige Details gehen vielleicht verloren, Schwamm drüber. Das Scrolling kommt wie bei so vielen anderen Titeln leider auch hier nicht ganz ohne Stocken aus, das wird auch etwas dadurch verstärkt, dass die Spielfiguren immer eine gewisse Verzögerung beim Abfeuern zeigen bzw. kurz stehen bleiben.

    Sound: Die Effekte sind sehr technolastig und fügen sich gut ins Spielgeschehen. Die Musik versucht treibend zu sein, wird aber auch schnell zum Dahingeduddel.

    Spielspaß: Aufgrund der Möglichkeit, die Heldenpaare unterschiedlich zu kombinieren, und so jeweils den Spielverlauf direkt zu beeinflussen, ist durchaus ein Wiederspielwert gegeben.
    Insgesamt betrachtet wird man mit The Chaos Engine zumindest kurzfristig gut unterhalten, der Schwierigkeitsgrad und die leider wenigen Levelebenen dämpfen ein wenig den Spielspaß, da ändert auch das vorhandene Passwortsystem für den Wiedereinstieg nicht viel.

  • Sehr schöne Vorstellung des Spiels, liest sich richtig gut.Ich habe es jetzt länger nicht gespielt und auch zu Amigazeiten nicht darauf geachtet.Ich dachte immer, dass es von der Intelligenz der Figuren abhängt,wieviel Geld man nach einem Level im Shop hat.
    Ist das absolut sicher, dass es davon abhängt, wer wieviel einsammelt?Kann mich nicht mehr daran erinnern, ob uns das damals aufgefallen ist, als wir stundenlang am Amiga gespielt haben, aber als ich das letzte Mal alleine auf der SNES Konsole gezockt habe,habe ich dem computergesteuertem Mitspieler eigentlich fast immer die Kohle weggeschnappt, bevor er es einsammeln konnte.Muss ich beim nächste Versuch mal darauf achten.

  • wiggler: Danke für die Vorstellung. Ich habe nur noch bei dir im Titel den US Namen eingefügt, damit andere Leute wenn Sie danach suchen den Thread von dir finden können ;)

    Ich hatte mal früher gedacht, dass hier wär der Vorgänger von dem PC Spiel Soldier of Fortune :) / Was ein Buchstabe aber ausmachen kann. Natürlich ist das nicht der Fall.

    Ja die CD32 Version ist klasse, aber du hast Recht die SNES Version brauch sich da nicht zu verstecken.

    @Link: War die Intelligenz nicht nur wichtig für den Computer ?
    Man sollte natürlich noch bei dem Spiel hervorheben den tollen Coop Modus. Gerade dieses Spiel eignet sich ja perfekt dazu.

  • @Link und wilo: Danke für das nette Lob. Ich finde The Chaos Engine einfach einen netten Titel so für zwischendurch, leider sorgte der geringe Bekanntheitsgrad bzw. Der fehlende Erfolg des CD32 dafür, dass diese Version nicht die nötige Anerkennung erfahren hat. Schade drum, aber das Snes leistet trotz allem in diesem Fall gute Arbeit. Da gäbe es ja sogar noch einen Nachfolger, soweit ich weiss, aber da wissen die Amiga-Veteranen sicher besser Bescheid darüber als ich.

    Edited once, last by wiggler (July 14, 2020 at 8:44 PM).

  • wilo: ehrlich gesagt weiss ich jetzt gar nicht mehr, ob nur das Einsammeln die Kohle bringt, oder ob es mit der Intelligenz der Figur zu tun hat.

    Ich kann mich nur noch an Amigazeiten erinnern,da habe ich oft mit "Thug" gespielt und der ist nicht die hellste Kerze auf der Torte.Da weiss ich noch gut, dass ich immer deutlich weniger Kohle im Shop hatte, aber ich weiss nicht mehr, ob ich weniger eingesammelt habe.

    Ich werde sobald Zeit ist das prüfen, weil mich das jetzt wirklich interessiert.

  • Ich habe es jetzt ganz kurz angetestet und bin zu folgendem Schluss gekommen.Die Intelligenz der Spielfigur spielt eine grosse Rolle in der Vergabe der Geldmenge im Shop.Habe einen "dummen" Charakter gespielt und fast alles an Geld eingesammelt und beinahe alle Gegner selbst getötet.
    Im Shop hatte ich dann nicht mal 5 mehr an Geld als der computergesteuerte Mitspieler, somit komme ich zur Erkenntnis, dass die Intelligenz mitunter ausschlaggebend ist für die Summe an verfügbarem Geld im Shop.
    Also einen intelligenten Charakter nehmen und brav einsammeln dürfte den grössten Nutzen bringen.

  • Alles falsch, was ich im letzten Post geschrieben habe!!
    Habe jetzt bis zum letzten Level gespielt und ich glaube,das Geld wird einfach geteilt.Mein Kumpane war schon lange nicht mehr dabei und ich habe alles selbst eingesammelt und trotzdem nur die Hälfte der Kohle bekommen.
    Eigentlich ein Mist,da man um die Hälfte des Geldes betrogen wird und gerade in den letzten Leveln jeden Cent brauchen würde.
    Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, ob das am Amiga auch so ein Scheiss war.

  • Hinten raus werden die Leveln auf der SNES Konsole extrem anspruchsvoll, das ging auf dem Amiga deutlich leichter von der Hand.Was mir aufgefallen ist, der computergesteuerte Mitspieler verhält sich teilweise völlig irr.Läuft irgendwo in die Schusslinie und verliert so des öfteren sein Leben.

  • Bei mir hat er sich gestern auch schon in World 3 verabschiedet, aber ich habe vielleicht auch den falschen "Helfer" genommen.

  • Es wird immer der Scientist empfohlen, weil er - glaube ich - dich mit Health während des Spiels versorgen kann. So habe ich es mal in einem Longplay gesehen.
    Wie gesagt, ich habe es eigentlich als Single Player durchgespielt :P , vor allem weil dein Partner manchmal unglücklicherweise über Extraleben vor dir durchstolpert und es einkassiert, wobei du es so dringend gebraucht hättest; deshalb, je früher er stirbt, desto mehr Extras sammelst du save ein.

  • Bin auch erst jetzt drauf gekommen, dass der Mercenary als Spezialwaffe zu einem späteren Zeitpunk "heilen" kann.Bei dem Spiel gibt es aber so einige "versteckte" Sachen,die ich bisher nie erreicht habe.Würde sich auch für mich mal auszahle ein paar LPs anzuschauen.

  • LPs lohnen sich auf jeden Fall, um das Spiel etwas einfacher zu gestalten :).
    Selbst mit den ganzen "Geheimverstecken" ist das Spiel immer noch sau schwer....

    https://www.youtube.com/watch?v=etp8g1ObiXc

    Schaut mal bei 50:00. Hier öffnet der Navvie mit seiner Spezialwaffe einen Ausgang für das nächste lvl. Dort angekommen gibt es einiges an Wert zu sammeln. Ich glaube den Ausgang kann auch nur er öffnen. Zumindest hab ich es mit dem Briganden nicht geschafft. Auch die vorher gekauften molotov cocktails haben keine Wirkung gezeigt :D .

    Edited 2 times, last by LegendofZelda (July 18, 2020 at 8:08 AM).

  • Unglaublich was da noch alles zu erforschen ist und vor allem wie man überhaupt zu den einzelnen Sachen kommt.Ich muss mir mal das ganze Video dazu anschauen.

    Danke LegendofZelda

  • LegendofZelda: Habe mir die Stelle bei 50.00 angeschaut. Ich glaube, es hängt in dieser Situation ab, in welcher Reihenfolge du die Schlüssel einsammelst. Je nachdem ändert sich das Fliesensymbol. Und bei einem Fliesensymbol musst diese Passage zwei mal wiederholen, bei dem anderen kommst du beim Versuch durch. In dieser Welt (und der nächsten?) hängt viel von der Reihenfolge ab, in welcher du die Sachen einsammelst. Manchmal bekommt man durch clevere Reihenfolge auch Extraleben (oder zumindest Boni, soweit ich mich düster erinnern kann).

  • Das ist oft in diesem Spiel, dass die Reihenfolge ausschlaggebend ist.Auch im dritten Level gleich zu Beginn darf man nicht alle Schlüssel nehmen um oben links in den Raum zu gelangen.Da zahlt es sich auf jeden Fall aus, mal alles von einem LP nachzuspielen.

  • Longo: Schau mal bei 50:08. Er benutzt seine Spezialfähigkeit (Dynamit müsste das sein) um die Säule zu aktivieren. Ich glaube das kann nur der Navvie.
    Bei 52:15 siehst du welchen Startpunkt die beiden im nächsten lvl dadurch haben.


    Was ich noch faszinierend finde, neben dem hohen Wiederspielwert, ist die Einstellung des KIs. Er ist besser als mancher realer Spieler und steigert sich extrem wenn man ihn upgraded. Für das Jahr 1993 ist das schon ne Wucht finde ich.

  • Ich habe die Anleitung jetzt nicht bei der Hand aber so manche Spielfigur kann ja auch seine Spezialwaffen upgraden.Ich glaube schon, dass auch ein anderer Charakter Dynamit verwenden kann, somit müsste es auch mit einem anderen Spieler zu schaffen sein.

  • LegendofZelda: Stimmt, der Startpunkt ist anders. Das habe ich noch nicht gewusst. Es gibt in dem Spiele einige Abschnitte, wo Boni draufliegen, die ich nie erreicht habe, obwohl ich die Level abgewandert bin... Das Longplay lässt aber in der anschließenden Welt eine größere Bonusebene aus. Bei 54:59 kann man in die rechte obere, breitere Säule reinlaufen (ob man davor in diesen Boxen ein paar Schlüssel einsammeln muss, daran kann ich mich nicht mehr erinnern)! Für mich ist das Spiel eindeutig ein Hidden Gem.

    Edited once, last by Longo (July 19, 2020 at 1:37 PM).

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!